10 Gigabit Netzwerke
10 Gigabit Ethernet ist standardisiert und gereift. 10-Gigabit-Ethernet ist
aus lokalen Netzen nicht mehr wegzudenken. Der neue Standard IEEE 802.3ae
erschließt jetzt Datenraten von 10 GBit/s und damit auch völlig neue
Anwendungsfelder, etwa WAN-Verbindungen. Neue Chips sorgen für ein
attraktives Preis/Leistungsverhältnis. Und das Bild der Switches, wie wir es
heute noch kennen, wird sich durch die neuen Netzwerk-Prozessoren, die für
eine 10 Gb/s schnelle Inline-Hochverschlüsselung sorgen, in den nächsten
Produktzyklen dramatisch ändern.
- eine 10 Gigabit-Adapterkarte 10GBASE-T wird bald weniger als 250€ kosten
- ein Switchport am 48 Port 10GBASE-T wird bald weniger als 250€ kosten
- die neuen Netzwerk-Prozessoren werden die Switches revolutionieren
- Triple-DES mit 10 Gigabit/s. wird für ca. 500€ zu bekommen sein
Die eigentliche Neuerung sind die Chips von Intel, die mit Preisen von wenigen
hundert Euro die Kosten für 10 Gigabit Ethernet Boards minimieren.
Das Thema 10 Gigabit Ethernet beschäftigt uns nun schon seit mehr als sechs Jahren.
Alle Voraussetzungen für den Einsatz der Technologie sind längst geklärt.
Der Standard ist seit Jahren stabil.
Die Hersteller haben Prozessoren vom Transceiver bis hin zu 10 Gigabit
Netzwerk-Prozessoren vorgestellt, die innerhalb des momentanen Produkt-Zyklusses zu
Preiseinbrüchen für die Komponenten führen, so dass jeder ernsthafte Interessent die
10GbE Technik einsetzen kann.
10 Gigabit Ethernet ServerAdapter und Netzwerkkarten
Der
INTEL 10GBit AT2 10GBASE-T Server Adapter mit PCI-Express
2.0 x8 ist mit Low Profile klein genug, um in alle Servergehäuse zu passen. Mit
zunehmendem Einsatz von GbE-Adaptern auf Desktop-PCs wird der Wunsch nach 10 GbE
in Rechenzentren laut. Bisher waren entsprechende Produkte zu teuer und
entsprachen nicht den Bedürfnissen eines Rechenzentrums. Mit dem neuen Adapter
wird der Weg für 10-GbE-Server Verbindungen frei. 10GbE-Verbindungen bis zu 100
Meter mit normaler CAT6A-Kupferverkabelung. Dieser
Netzwerkadapter eignet sich ideal für Hochleistungscluster,
Datenbankverbindungen zu Backupeinheiten, Netzwerkspeicher (NAS),
computergestützte Bildverarbeitung und Echtzeit-Videostreaming auf Webservern.
Die Intel 10 Gigabit AT2 Server Adapter Netzwerkkarte E10G41AT2 ist in
Stückzahlen schon ab 370,- EUR + MwSt erhältlich.
Der INTEL 10GBit BF Server Adapter Single. 10GbE-Verbindungen bis 300
Meter mit Multimode-Glasfaser-Anschluss über 850-nm-Optikmodul für Hauptnetze
bei Anwendungen mit hohem Bandbreitenbedarf wie CAD/CAM, Videobearbeitung,
digitale Bildverarbeitung, Finanzprognosen, Datenmodellierung und Simulationen,
Speichercluster sowie e-Mail-, Datenbank- und Backupserver. Der hochintegrierte
Intel 10GbE-MAC-Controller
E10G41BFSR mit Halbleitertechnologie der zweiten Generation
sorgt für hohe Leistung. Die kleinere Bauweise passt in jeden
Standard-PCI-Steckplatz des Servers. Bulkware ab einer Bestellmenge von 5
Adaptern erhältlich. Ein Treiber-CD je 5 bestellten Adaptern. Die Intel Intel 10
Gigabit BF SR Server Adapter Netzwerkkarte mit PCI Express x8 Low Profile
10GBase-SR ist ab ca. 800,-- EUR + MwSt erhältlich.
10 Gigabit Ethernet Router und Switches
Die Switches der HP
ProCurve Switch 6400cl Serie sind stapelbare 10GbE-Switches mit 6 Ports
und optionalen 10GbE-Add-on-Modulen. Die Switches der 6400cl Serie
unterstützen alle Layer-3-Funktionen und bieten eine preisgünstige
10GbE-Lösung für die leistungsstarke Aggregation von kleinen Clustern mit
Gigabit-Switches. Die 6400 Serie eignet sich ideal für die Konsolidierung
mehrerer Schaltschränke und bietet die höchste Bandbreite, die zurzeit für
Gigabit auf dem Markt ist. Dank der Flexibilität der ProCurve Switch 6400cl
Serie besteht außerdem die Möglichkeit, über Glasfaserverbindungen Standorte
in bis zu 40 km Entfernung anzubinden. Der HP ProCurve Switch 6400cl-6XG
Switch mit 6 Anschlüssen 10GBase-CX4 ist bei Gepanet ab 3200,-- EUR
erhältlich.
Die HP ProCurve Switch 2910al Serie Switches
sind mit 4 Dual-Personality-Ports für 10/100/1000- oder
Mini-GBIC-Konnektivität ausgestattet. Mit vier integrierten 10-Gigabit
Ethernet-Anschlüssen (zwei CX4-Ports und zwei X2-Steckplätze) bietet die
2900 Serie die größte Flexibilität und beste Implementierbarkeit ihrer
Klasse in Bezug auf 10-Gigabit Mehrfach-Stacking und -Uplinks. RIP- und
statisches IP-Routing, leistungsfähige Sicherheits- und
Verwaltungsfunktionen und die kostenlose Wartung über den gesamten
Lebenszyklus machen die 2900 Serie zu einer kosteneffizienten und
zukunftssicheren Lösungen für Kunden, die Hochleistungsnetzwerke
aufbauen. Der HP ProCurve Switch 2910al-24G mit 20 Anschlüssen
10Base-T, 1000Base-T, 100Base-X, sowie 4x 10GbE mit optionalen Modulen ist bei Gepanet ab 1070,-- EUR erhältlich. Der HP ProCurve
Switch 2910al-48G mit 44 Anschlüssen 10/100/1000TX, 4xSFP/TX,,
sowie 4x 10GbE mit optionalen Modulen ist bei Gepanet ab
1850,-- EUR erhältlich.
Die Arista 7100er
Serie ist eine Produktfamilie von hochleistungsfähigen 10 Gigabit Ethernet Rechenzentrumsswitchen mit Layer 2/3/4 und einer
außergewöhnlich niedrigen Latenzzeit. Dabei haben die Arista 7100 Ethernet-Switches haben die höchste Portdichte bei 10-Gigabit-Ethernet
Switchinglösungen und das erste modular erweiterbare Netzwerk-Betriebssystem.
Der Force10 Switch S2410CP -20 Port 10GiGE Base-CX4 and 4 port 10G XFP mit
hoher Performance und geringer Latenzzeit wird für ca. 11800 EUR angeboten.
Cisco
hat mehrere 10-Gigabit-Ethernet-Module für Switches der Cisco Catalyst-Series 6500
(6506 / 6509 / 6513) Cisco Catalyst-Series 4500 und Cisco Catalyst-Series
3750 entwickelt, die hohe Bandbreiten und mehr Netzwerkleistung
für die Catalyst-Switches bereitstellen. Die Cisco
10GBASE X2 Module bieten ein breites Spektrum von 10 Gigabit Ethernet
Verbindungsmöglichkeiten für Datenzentrum, Verteilerschrank und
Serviceproviderverkehr.
Cisco
X2-10GB-CX4
Das Cisco 10GBASE - CX4 Modul unterstützt Linklängen von bis zu 15m (25m) auf CX4 Kabel.
Cisco X2-10GB-LRM
Das Cisco 10GBASE-LRM Modul unterstützt Linklängen von 220m auf
Standard Fiber Distributed Data Interface (FDDI) fähiger Multimode-Faser
(MMF). Cisco X2-10GB-LX4
Das Cisco 10GBASE-LX4 Modul unterstützt Linklängen von 300m auf
Standard FDDI MMF Kabeln. Um sicherzustellen, dass die Spezifikationen
erfüllt sind, sollte der Sender Ausgang durch einen Moduen-Anpassungs-Patchkabel gekoppelt werden . Cisco X2-10GB-SR
Das Cisco 10GBASE SR Modul unterstützt eine Linklänge von 26m auf
Standard FDDI MMF Kabeln. Unter Verwendung von 2000 MHz*km MMF (OM3)
Kabeln, sind bis zu 300m Link Längen möglich. Cisco X2-10GB-LR
Das Cisco 10GBase-LR Modul unterstützt eine Linklänge von 10
Kilometern auf Standard Single-Mode-Fasern (SMF, G.652). Cisco X2-10GB-ER
Das Cisco 10GBASE-ER Modul unterstützt eine Linklänge von bis zu 40
km auf Standard Single-Mode-Fasern (SMF, G.652).
Bitte fragen Sie uns nach den aktuellen Cisco Tagespreisen.
Der 10 GbE-Standard 802.3ae - Stand ECOC 2002
Die grundsätzliche Aufteilung des 10-Gigabit-Ethernet-Standards in die Bereiche
Logical Link Control (LLC), Medium Access Control (MAC) und physische
Schnittstelle (PHY) entspricht den anderen im Rahmen von IEEE 802.3 gültigen
Standards. Wie die bisherigen Ethernet-Standards
spezifiziert 802.3ae mit XGMII eine medien-unabhängige Schnittstelle zwischen
MAC und PHY. Das Interface übergibt die Daten parallel über jeweils 32 Bit
breite Busse in TX- und RX-Richtung. Unter Einbeziehung der Steuer- und
Taktsignale ergibt sich eine Schnittstelle mit 74 Leitungen. Aus Kostengründen
wurde zusätzlich XAUI definiert. Diese vereinfachte Erweiterung der
XGMII-Schnittstelle kommt mit nur 16 Leitungen aus. Der selbst getaktete Bus
wird mit einer Datenrate von 2,5 GBit/s mit 8B/10B-Kodierung betrieben. Auf
diese Weise lassen sich 10 GBit/s über vier parallele Datenleitungen übertragen.
Über die Schnittstellen XGMII und XAUI lassen sich alle im Standard vorgesehenen
PHY-Typen ansteuern. Zusätzlich kann die 4 Bit breite parallele Übertragung des
XAUI direkt für 10GBase-LX4 genutzt werden.
Der PHY-Layer von 10-Gigabit-Ethernet ist in die vier Teilschichten PCS, WIS,
PMA und PMD unterteilt. Dabei zeichnet der Physical Coding Sublayer (PCS) für
die Kodierung des zu übertragenden Bitstroms verantwortlich. Physical Medium
Attachment (PMA) und Physical Medium Dependent (PMD) sorgen für die Anbindung an
das jeweilige Übertragungsmedium. Der WAN Interface Sublayer (WIS) dient bei den
Weitverkehrs-Varianten des Standards zur Anpassung an die Datenraten von SONET/
SDH-Systemen.
Es gibt drei Standards für die PHY:
- 10GBASE-X mit 8B/10B PCS Codierung
- 10GBASE-R mit 64B/66B PCS Codierung (LAN-PHY)
- 10GBASE-W mit 64B/66B Codierung und der WAN-Interface Sublayer(WAN-PHY)
- 10GBASE-T mit 64B/66B PCS Codierung (Kupfer-PHY)
Es gibt neun verschiedene PMDs (Physical Medium Dependent):
LAN-PHY
- 10GBASE-SR 850nm serielle LAN-PHY; direkt modulierter VGSEL;300 m Multimode
- 10GBASE-LR 1310 nm serielle LAN-PHY; direkt modulierter DFB-Laser; 10 km Singlemode
- 10GBASE-ER 1550nm serielle LAN PHY; extern modulierter DFB-Laser; 40 km Singlemode
- 10GBASE-LX4 1310 nm vierkanalige WWDM WAN PHY; direkt modulierte VGSEL; 40 km Singlemode
WAN-PHY
- 10GBASE-SW 850 nm serielle WAN-PHY; direkt modulierter VGSEL; 300 m Multimode
- 10GBASE-LW 1310 nm serielle WAN-PHY; direkt modulierter DFB-Laser;10 km Singlemode
- 10GBASE-EW 1550 nm serielle WAN-PHY; extern modulierter DFB-Laser; 40 km Singlemode
Kupfer-PHY
- 10GBASE-CX4 Kupfer Hochgeschwindigkeitsverbindung über ein achtpaariges Twinax-Kabel mit 150 Ohm bis zu 15 Metern
- 10GBASE-T Kupfer Hochgeschwindigkeitsverbindung über ein vierpaariges CAT6a Twisted Pair Kabel bis zu 100 Metern
Zur Übertragung via Glasfaser verwendet 10-Gigabit-Ethernet die drei üblichen
"optischen Fenster" bei 850, 1310 und 1550 Nanometer. Es ist
bekannt, dass diese PMD-Varianten (Physical Medium Dependent) teilweise größere
Leistung zulassen als angegeben, was sich in der Überwindung größerer Entfernungen
niederschlägt. So lässt sich mit 10 GBASE-LX4 auch eine Entfernung von 700 m auf
Multimodefasern zurücklegen. Auch die preiswerte Alternative 10GBASE-SR mit
einer VGSEL bei 850 nm kann auf Multimodefaser 450 m überwinden und liegt damit
schon bei 150% der im Standard verlangten Leistung.
Die neuen Transceiver von Intel, die ein attraktives Preis / Leistungsgefüge für 10
Gigabit Ethernet haben, werden ihr übriges tun, um die Standardisierung
durchzusetzen. Mit dem
XENPAK wurden physikalische Grundbedingungen für die Abmessungen von
Transceivern und die Schnittstelle zwischen Transceiver und dem Chipsatz für die
höheren Teilschichten festgelegt. Dies ist jedoch teilweise schon wieder
Makulatur, weil Hersteller die angegebenen Maße schon unterschreiten.
10 Gigabit Transceiver
Nachdem
bereits jegliche Kostendiskussion um Gigabit Ethernet mit dem Desktop Adapter für 10€ beendet wurde, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis das
gleiche mit 10 Gigabit Ethernet gemacht wird. Dies geht sehr schnell, weil Intel nunmehr eine ganze Serie von Transceivern hat:
- TXN172O1 10 GbE 850 nm über max. 300m Multimode ca. 7 X 4 X i ,2 cm XPAC
- TXN172O9 wie TXN i720i aber für 10 Gigabit Fiber Channel
- TXN13210 10 GbE 1310 nm Dual Rate SONET und Ethernet;10 km Single Mode
- TXN13211 dito für SONET 7km
- TXN13214 dito für Ethernet 10km
- TXN13500 1550 nm Multirate Transceiver SDH/ SONE Ethernet, OTN G.709 einschl. FEC; 80km Singlemode
- TRN4035B5023 SONETGR-253 1310 nm 7km Singlemode
- TRN4035B5405 dito 1550 nm 40 km Singlemode
- TRN4O35BE103 IEEE 802.3ae 10 GBASE ER 1310nm 10km
- TRN4035BE405 IEEE 802.3ae 10 GBASE ER 1550nm 40km
- TXN13200/O1 Telcordia GR-253 OC-192 SONET und EEE 802.3ae 10 GBASE-LR oder 10GBASE-LW; 7km SONET; 10 km Ethernet
- TXN 13300/O1/03 7, 10 / 40km SONET 10 / 40 km Ethernet; 10 km Multirate SONET/FEC/Ethernet,
12 km MultirateSONET /Ethernet, 40km Multirate SONET / Ethernet
- TXN174O1 EEE 802.3ae 10GBASE-LR
10GbE über Multimodefaser
Seit es
lokale Netze gibt, gibt es auch das Problem des mangelhaften Verständnisses der
Nachrichtentechnik und der wirklichen physikalischen Möglichkeiten von
Übertragungsmedien. Jahrzehntelang wurden Leistungssteigerungen in der
Übertragungstechnik durch im Grunde völlig unnütze Aufrüstungen bei den
Übertragungsmedien erkauft. Erst bei Gigabit Ethernet über Kupferverkabelung hat
man sich auf bessere Verfahren besonnen.
Leider ist diese traurige Tendenz auch bei den optischen Übertragungsmedien zu
beobachten. Man besteht im Grunde darauf, als Modulationsverfahren für das Licht
eine Art einfaches Lichtmorsen mit sehr geringer spektraler Effizienz zu
benutzen und verlegt dafür sündhaftteure Glasfaserkabel. Mit 10 Gigabit Ethernet
hat dieser Unsinn seinen vorläufigen Kulminationspunkt erreicht: Unternehmen
legen für vergleichsweise kurze Strecken Kabel mit Monomode-Fasern, mit denen man die Signale auch
Tausende Kilometer übertragen könnte. Hinsichtlich Multimodefasern werden
deshalb wahrscheinlich noch Nachbesserungen des Standards kommen.
10-GBit-Ethernet über Kupfer 10GBase-CX4
10-GBit-Verbindung für Server-Cluster und Server-Aggregation
Das 10-GBit-Kupfer-Ethernet stellt eine kostengünstige Alternative zum
Glasfaserkabel dar. Die IEEE hat den
Standard für 10-Gigabit-Ethernet über Kupferkabel verabschiedet. Die
Spezifikation namens IEEE 802.3ak wird als 10GBASE-CX4 implementiert und
arbeitet mit dualen Twinax-Kabeln und der IB4X-Steckverbinder. Der neue Standard ist dazu geeignet, Switches
beziehungsweise Server-Cluster, die nicht mehr als 15 Meter voneinander entfernt
sind, mit einer Datenrate von 10 Gigabit/s zu vernetzen. Die Kosten für Verbindungen im
Hochgeschwindigkeitsbereich wurden dadurch wesentlich gesenkt.
Die IEEE-802.3-10GBASE-CXA4-Forschungsgruppe entwickelte diesen Standard für
10-GBit-Kupfer-Ethernet. Neben Cisco und
3Com waren Hewlett-Packard, Gore, Broadcom und Fujitsu
in dieser Arbeitsgruppe vertreten. Das 10-GBit-Kupfer-Ethernet stellt eine
kostengünstige Alternative zum Glasfaserkabel dar. Der Standard ermöglicht
durch den Einsatz von Kupferkabel in Verbindung mit dem IEEE-802.3ae-Standard 10
GBit/Sekunde . Auf dem Standard IEEE P802.3ak (Physical Layer und Management Parameter für 10 GBit/s
Betrieb, Typ 10GBASE-CX4) sind damit
Hochgeschwindigkeitsverbindungen über Strecken von 15 bis 25 Metern, die
üblicherweise zwischen einzelnen Racks eingesetzt werden, betrieben.
10-Gigabit-Netzwerk über herkömmliche Kupferkabel 10GBASE-T (802.3an)
Im Februar 2008 wurde TIA/EIA-568-B.2-10 von der TIA
(Telecommunications Industry Association) genehmigt. Der Standard
definiert die Parameter für den Betrieb von Ethernet mit 10 Gigabit pro
Sekunde über Augmented Category 6-Kupferkabel (Cat-6A). TIA/EIA-568-B.2-10 stellt
einen deutlichen Fortschritt bei der Kupferverkabelung dar. Er wird in
Zukunft für alle Verkabelungsspezifikationen verwendet werden. Dadurch
kann man mit normalen Kupferkabeln mit 10GBASE-T ein Netzwerk
mit einer Datenrate von 10 Gbit/s aufbauen. Seit Sommer 2006 ist mit dem
Standard IEEE802.3an die Übertragung von 10 Gbit/s über Twisted-Pair-Kupferkabel möglich. Mit diesen Bandbreiten verlässt
Ethernet zunehmend den Anwendungsbereich der lokalen Netze und dringt
immer mehr in den Bereich der Backbones sowie der Metropolitan- und
Wide-Area-Networks (MAN & WAN) vor. 10GBASE-T nutzt dazu alle vier
Adernpaare des Twisted-Pair-Kabels. Die 10 GBit/s werden auf die 4
Adernpaare aufgeteilt. Das ergibt 2,5 GBit/s je Adernpaar. Die Signale
werden mit einer 16-stufigen Pulsamplitudenmodulation (PAM16) auf das Medium
gegeben. Der THP wird ebenso wie die empfängerseitigen Blöcke zur
Unterdrückung des Übersprechens (FEXT-, NEXT-, ECHO-Cancellation) durch
Trainingssequenzen berechnet. Die dazu notwendigen Startup-Sequenzen
sind
eine grundsätzliche Neuerung von 10GBase-T. Die Trainingssequenzen
dienen auch dazu, das Auto-MDI/MDI-X und die benötigte Leistung in acht
Schritten zu 2dB am Sender einzustellen.
Aus der für die 2,5GBit/s pro
Paar benötigten Nyquistfrequenz von
417 MHz läst sich entnehmen, dass Kabel der Kategorie 5e (Cat.5e) oder Kategorie 6 (Cat. 6) mit einer
Grenzfrequenz von 100-250 MHz nicht mehr ausreichen. Es können nur noch Kabel
ab der
Kategorie 6 „augmented“ (Cat-6A) verwendet werden. Diese erreichen eine
Grenzfrequenz von 500 MHz, so dass ein Betrieb über 100 Meter möglich ist.
Kabel der Kategorie 7 mit einer Grenzfrequenz von 600 MHz sind ebenfalls
für 100 Meter passend, jedoch mit nicht zu RJ45 kompatiblen Steckverbindern
(Nexans GG45 und Siemon TERA). Für
Verkabelungen mit einer Lauflänge von weniger als 55 m kann jedoch bei
einigen Hersteller (z.B. Arista) ein
vorhandenes Cat-6-Kabel verwendet werden. Der 10-Gigabit-Ethernet-Standard ist kompatibel zu
einer Vielzahl anderer Standards, wie 802.1p (Multicast), 802.3q (VLAN),
802.3ad (Link Aggregation), Simple Network Management Protocol (SNMP),
Multi-Protocol Label Switching (MPLS) und Remote Monitoring for Ethernet
(RMON). Aus der Anlehnung an die bestehende Ethernet-Merkmale ergeben
sich wesentliche Vorteile gegenüber Konkurrenztechnologien. So lässt
sich durch die Beibehaltung von Format und Längen der IEEE-802.3-Frames
ein gegenüber WAN-Techniken deutlich beschleunigtes Switching erreichen,
da weder eine Anpassung der Frames (Segmentation & Reassembly) noch der
Adressen vorgenommen werden muss.
Sowohl im Switching Bereich als auch im Storage
und Interface-Karten Bereich sind erste Produkte für 10GBASE-T verfügbar. Der SMC TigerSwitch SMC8724 mit 24 Port 10GBASE-T
(20* 10GBASE-T 4* XFP) und Solarflare PHY ist seit Juni 2008 zu
einem Preis von ca. 20.000 EUR verfügbar. Die Server Adapter
Karte SMC TigerCard SMC10GPCIE-10BT mit 10GBase-T ist bereits für
770,-- EUR erhältlich.
Mit einem unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis ermöglicht es der
Arista 7100
10-Gigabit-Ethernet überall in Rechenzentren einzusetzen, was die
Serverauslastung erheblich verbessert und damit auch die Energiebilanz
in den Rechenzentren. Und dies bei einem 24 Port 10GBASE-T Switch
(7120T-4S) für ca. 11000 EUR.
10GbE Verkabelungstester
Aufgrund der PAM-16 Kodierung ist der
Signal-Rausch-Abstand bei 10GBase-T als kritische Größe einzustufen. Die
bei der hohen Nyquistfrequenz von 417 MHz auftretende Alien Crosstalk
Störung (AXT) , also ein Übersprechen aus benachbarten Kabeln, bewältigt
ein normgerechtes S/FTP System ohne weiteres, jedoch bei vorhandenen
Installationen die nicht abgeschirmt UTP und mit Kabelbindern
zusammengezurrt sind, kann es Probleme geben.
Maßgebliche Richtlinie zur Beurteilung vorhandener Verkabelungen ist der
technische Report zur Unterstützung von 10GbE für die bereits
installierte Basis ISO/IEC TR 24750. Messgeräte für 10GBase-T bieten mittlerweile diverse Hersteller
an. Der DTX Cable Analyzser von Fluke Networks, der Lantek 7G von Ideal
Industries oder der Wirescope Pro von Agilent Technologies sind über
Gepanet zu beziehen.
Insgesamt erfordert 10GBASE-T höhere Bandbreite,
höheren Dynamikbereich in Feldmessungen und neue Installationsrichtlinien, um
Fremdnebensprechen zu überkommen. Bestehende Level III-Feldtester unterstützen
10GBASE-T nicht. Die neue 10GbE Leistungsspezifikation für Verkabelungssysteme
erfordert mehr als eine Zertifizierung der einzelnen Kabelstrecken. Für die 10
Gbit/s-Ethernet-Technologie muss das Nebensprechen zwischen Aderpaaren in
nebeneinander liegenden Links in Kabelbündeln nach den neuen Leistungsparametern
namens Alien Crosstalk (ANEXT und AFEXT) geprüft werden.
LANTEK 7G LAN-Kabeltester mit einem Frequenzbereich bis 1GHz - über
den Standard CAT 7/ISO F hinaus. Preis: ca 7700,-- EUR
Die Fluke Networks DTX 10 Gig-über-Kupfer-Testlösung, die den DTX-1800
CableAnalyzer und das DTX 10 Gig-Kit in sich vereint, ermöglicht das Testen und
Zertifizieren von Twisted- Pair-Kabeln für 10 Gbit/s-Ethernet-Installationen
inkl. Alien Crosstalk. Preis: DTX-1800 INTL ca. 8400, -- EUR
Inline-Security mit 10 Gigabit/s
Man hat
lange und oft darüber diskutiert, wo Sicherheitsfunktionen im Netz zu platzieren
sind. Es besteht jedoch ein starker Druck, Authentifizierung und
Verschlüsselung, auch auf den unteren Ebenen der Vernetzung zu implementieren.
Bislang war es aber immer so, dass dies an technischen Problemen gescheitert
ist, weil es nicht möglich war, die Operationen mit der geforderten
Geschwindigkeit durchzuführen oder weil dies zu teuer war. Im Rahmen der
1Gigabit-Systeme gibt es bereits Coprozessoren, welche die Funktionen
realisieren.
Neuerdings werden die Sicherheits-Funktionen direkt in den Netzwerk-Prozessor
integriert. Dadurch, dass alles auf dem gleichen Chip ist, fördert man die enge
Kooperation und minimiert den benötigten Raum. Die
kryptographische Einheit des XP2800 ist so ausgelegt, dass sie 10 Gbit/s.
Ethernet-Verkehr mit Psec bewältigt. Der Verschlüsselungsteil schafft 25
Millionen Psec-Pakete mit einer 40 Byte Payload pro Sekunde. Der SHA-1-Teil kann
für diese Pakete über 10 Millionen HMACs pro Sekunde erzeugen. Das reicht für
eine hundertprozentige Gesamtperformance. Einer
der größten Vorzüge der Integration der kryptographischen Funktionen in den
Netzwerk-Prozessor ist die gewaltige Stromersparnis gegenüber einer getrennten
Lösung. Die Kosten für einen XP2800 liegen je nach Stückzahl zwischen 150 und
250US$.
Die Fortinet FortiSwitch Familie mit 10 GbE Switching erfüllen die
steigenden Anforderungen von Server-Virtualisierung,
Rechenzentrums-Konsolidierung und Cloud Computing und beitet eine hohe
Flexibilität, Skalierbarkeit und Anzahl der 10-GbE-Geräte in einer
einzigen Ethernet-Fabric. Ultrakurze Latenzzeiten und verlustfreies 10
GbE liefert Spitzenleistung, unabhängig von der Anwendung. Der Verkehr
über die Switches wird in Echtzeit rund um Engpässe, für die niedrigst
mögliche Latenz, weitergeleitet. Bis zu 144 10GBE Ports (10GBase-SR
10GBase-LR 10GBASE-CX4) finden im FortiSwitch-1000 mit 10HE Platz.
Und die Zukunft? 40 GbE und 100 GbE
Während manche sich vielleicht noch fragen,
wer dieses System überhaupt benötigt, erweist sich das 10-GBit/s-Ethernet als
florierender und wachsender Markt. Was noch mehr
überrascht, ist die Tatsache, dass in Unternehmen ein Bedarf an 10
GBit/s-Lösungen besteht: Die Nachfrage geht direkt von den Anwendern aus -
Organisationen mit einem realen Bedarf an 10 GBit/s-Übertragungen, wie ISPs,
Börsen, Krankenhäuser, CAD-Abteilungen, militärische Einrichtungen, Multimedia-
und Filmstudios.
Nach der Publikation und Einführung von 10 Gigabit Ethernet schien
zunächst einmal Ruhe an der Highspeed-Front eingekehrt zu sein. Doch
schon kurz danach wurde die High Speed Study Group (HSSG) mit der
Bedarfs- und Machbarkeitstudie noch höherer Datenraten beauftragt. Dabei
stellte sich heraus, dass in Rechenzentren bereits im Jahr 2011 ein
erster Bedarf für 40 GBit/s entsteht. Im Jahr 2018 soll 40 GbE
flächendeckend installiert sein. Zu diesem Zeitpunkt steht außerdem auch
die Einführung der Technik mit 100 GBit/s an.
Da diese Leistungssteigerung innerhalb der Nutzungsdauer heutiger
Verkabelungssysteme stattfindet, wird sich die erste Normung innerhalb
dieser Systeme geschehen. Im Dezember 2007 wurde das Projekt 40/100
Gigabit Ethernet unter dem Titel IEEE 802.3ba ratifiziert. Zentrale
Motivation für die Standardisierung von 40 Gigabit Ethernet ist der
kurzfristig steigende Bandbreitenbedarf in Rechenzentren und
Speichernetzwerken. Die Normverabschiedung ist für Mitte 2010 geplant.
Die folgenden PHYs werden standardisiert:
| PHY |
40 Gigabit Ethernet |
100 Gigabit Ethernet |
| mind. 1 m über Backplane |
40GBASE-KR4 |
|
| mind. 10 m über Kuperkabel |
40GBASE-CR4 |
100GBASE-CR10 |
| mind. 100 m über OM3 MMF |
40GBASE-SR4 |
100GBASE-SR10 |
| mind. 10 km über SMF |
40GBASE-LR4 |
100GBASE-LR4 |
| mind. 40 km über SMF |
|
100GBASE-ER4 |
10 Gigabit Netzwerke

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