10 Gigabit Netzwerke

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10 Gigabit Netzwerke

10 Gigabit Ethernet ist standardisiert und gereift. Neue Chips sorgen für ein attraktives Preis/Leistungsverhältnis. Und das Bild der Switches, wie wir es heute noch kennen, wird sich durch die neuen Netzwerk-Prozessoren, die für eine 10 Gb/s schnelle Inline-Hochverschlüsselung sorgen, in den nächsten Produktzyklen dramatisch ändern.

  • eine 10 Gigabit-Adapterkarte wird bald weniger als 500€ kosten

  • ein Switchblade für 8 * 10 GbE wird bald weniger als 3000€ kosten

  • die neuen Netzwerk-Prozessoren werden die Switches revolutionieren

  • Triple-DES mit 10 Gigabit/s. wird für ca. 500€ zu bekommen sein

Die eigentliche Neuerung sind die Chips von Intel, die mit Preisen von wenigen Hundert Euro die Kosten für 10 Gigabit Ethernet Boards minimieren.

Das Thema 10 Gigabit Ethernet beschäftigt uns ja schon seit mehr als fünf Jahren. Die Voraussetzungen für den Einsatz der Technologie sind längst geklärt. Der Standard ist seit Jahren stabil. Die Hersteller haben Prozessoren vom Transceiver bis hin zu 10 Gigabit Netzwerk-Prozessoren vorgestellt, die innerhalb des nächsten Produkt-Zyklusses zu Preiseinbrüchen für die Komponenten führen werden, so dass jeder ernsthafte Interessent diese Technik einsetzen kann.

10 Gigabit Ethernet ServerAdapter und Netzwerkkarten
Intel 10Gbe CX4 Netzwerkadapter PXLA8591CX4 DatenblattDer INTEL Pro10GBit CX4 Server Adapter mit PCI-X ist klein genug, um in alle Servergehäuse zu passen. Mit zunehmendem Einsatz von GbE-Adaptern auf Desktop-PCs wird der Wunsch nach 10 GbE in Rechenzentren laut. Bisher waren entsprechende Produkte zu teuer und entsprachen nicht den Bedürfnissen eines Rechenzentrums. Mit dem neuen Adapter wird der Weg für 10-GbE-Server Verbindungen frei. 10GbE-Verbindungen bis zu 25 Meter mit CX4-Kupferverkabelung, je nach Drahtquerschnitt. Dieser Netzwerkadapter eignet sich ideal für Hochleistungscluster, Datenbankverbindungen zu Backupeinheiten, Netzwerkspeicher (NAS), computergestützte Bildverarbeitung und Echtzeit-Videostreaming auf Webservern. Der INTEL Pro10GBit CX4 Server Adapter Server Adapter ist ab 565,- EUR +MwSt erhältlich.


Der INTEL 10GBit XF Server Adapter Single. 10GbE-Verbindungen bis 300 Meter mit Multimode-Glasfaser-Anschluss über 850-nm-Optikmodul für Hauptnetze bei Anwendungen mit hohem Bandbreitenbedarf wie CAD/CAM, Videobearbeitung, digitale Bildverarbeitung, Finanzprognosen, Datenmodellierung und Simulationen, Speichercluster sowie e-Mail-, Datenbank- und Backupserver. Hochintegrierte Intel 10GbE-MAC-Controller 82597EX für PCI-X (133 MHz/64 bit) Halbleitertechnologie der zweiten Generation sorgt für hohe Leistung. Die kleinere Bauweise mit optischem XPAK-Transceiver passt in jeden Standard-PCI-Steckplatz des Servers. Bulkware ab einer Bestellmenge von 5 Adaptern erhältlich. Ein Treiber-CD je 5 bestellten Adaptern. Die Intel PRO/10GbE XF SR Server Adapter Netzwerkkarte mit PCI Express x8 Low Profile 10GBase-SR ist bei Gepanet ab 1311,-- EUR + MwSt erhältlich.

10 Gigabit Ethernet Router und Switches

Die Switches der HP ProCurve Switch 6400cl Serie sind stapelbare 10GbE-Switches mit 6 Ports und optionalen 10GbE-Add-on-Modulen. Die Switches der 6400cl Serie unterstützen alle Layer-3-Funktionen und bieten eine preisgünstige 10GbE-Lösung für die leistungsstarke Aggregation von kleinen Clustern mit Gigabit-Switches. Die 6400 Serie eignet sich ideal für die Konsolidierung mehrerer Schaltschränke und bietet die höchste Bandbreite, die zurzeit für Gigabit auf dem Markt ist. Dank der Flexibilität der ProCurve Switch 6400cl Serie besteht außerdem die Möglichkeit, über Glasfaserverbindungen Standorte in bis zu 40 km Entfernung anzubinden. Der HP ProCurve Switch 6400cl-6XG Switch mit 6 Anschlüssen 10GBase-CX4 ist bei Gepanet ab 3070,-- EUR erhältlich.

Die HP ProCurve Switch 2900 Serie Switches sind mit 4 Dual-Personality-Ports für 10/100/1000- oder Mini-GBIC-Konnektivität ausgestattet. Mit vier integrierten 10-Gigabit Ethernet-Anschlüssen (zwei CX4-Ports und zwei X2-Steckplätze) bietet die 2900 Serie die größte Flexibilität und beste Implementierbarkeit ihrer Klasse in Bezug auf 10-Gigabit Mehrfach-Stacking und -Uplinks. RIP- und statisches IP-Routing, leistungsfähige Sicherheits- und Verwaltungsfunktionen und die kostenlose Wartung über den gesamten Lebenszyklus machen die 2900 Serie zu einer kosteneffizienten und zukunftssicheren Lösungen für Kunden, die Hochleistungsnetzwerke aufbauen. Der HP ProCurve Switch 2900-24G mit 24 Anschlüssen 10Base-T, 1000Base-T, 100Base-X, sowie 2x10GBase-CX4 + 4 x shared SFP / 2 x X2 (frei) ist bei Gepanet ab 1980,-- EUR erhältlich. Der HP ProCurve Switch 2900-48G mit 48 Anschlüssen 10Base-T, 1000Base-T, 100Base-X, sowie 2x10GBase-CX4 + 4 x shared SFP / 2 x X2 (frei) ist bei Gepanet ab 3020,-- EUR erhältlich.

Cisco hat mehrere 10-Gigabit-Ethernet-Module für Switches der Cisco Catalyst-Series 6500 (6506 / 6509 / 6513) Cisco Catalyst-Series 4500 und Cisco Catalyst-Series 3750 entwickelt, die hohe Bandbreiten und mehr Netzwerkleistung für die Catalyst-Switches bereitstellen. Die Cisco 10GBASE X2 Module bieten ein breites Spektrum von 10 Gigabit Ethernet Verbindungsmöglichkeiten für Datenzentrum, Verteilerschrank und Serviceproviderverkehr. Die Hauptmerkmale der Cisco 10GBASE X2 Module sind:

  • Unterstützung von 10GBASE Ethernet.
  • Hot-Swap Ein-/Ausgabe-Stecker in einem Ethernet X2 Port von einem Cisco Switch oder Router, um die Schnittstelle mit dem Netzwerk zu verbinden
  • Bietet Flexibilität der Schnittstellenauswahl.
  • Unterstützt ein "Zahlen wenn man es braucht"- Modell.
  • Unterstützt die Cisco Qualitäts Identifikation (ID) Funktion, mit der ein Cisco Switch oder Router ermitteln, ob das Modul von Cisco zertifiziert und getestet ist.
  • Ist optisch interoperabel mit den jeweiligen 10GBASE Xenpak und 10GBASE XFP Modulen auf dem gleichen Link.


Cisco 10GBASE X2 und Xenpak ModuleCisco X2-10GB-CX4
Das Cisco 10GBASE - CX4 Modul unterstützt Linklängen von bis zu 15m (25m) auf CX4 Kabel.

Cisco X2-10GB-LRM
Das Cisco 10GBASE-LRM Modul unterstützt Linklängen von 220m auf Standard Fiber Distributed Data Interface (FDDI) fähiger Multimode-Faser (MMF).

Cisco X2-10GB-LX4
Das Cisco 10GBASE-LX4 Modul unterstützt Linklängen von 300m auf Standard FDDI MMF Kabeln. Um sicherzustellen, dass die Spezifikationen erfüllt sind, sollte der Sender Ausgang durch einen Moduen-Anpassungs-Patchkabel gekoppelt werden .

Cisco X2-10GB-SR
Das Cisco 10GBASE SR Modul unterstützt eine Linklänge von 26m auf Standard FDDI MMF Kabeln. Unter Verwendung von 2000 MHz*km MMF (OM3) Kabeln, sind bis zu 300m Link Längen möglich.

Cisco X2-10GB-LR
Das Cisco 10GBase-LR Modul unterstützt eine Linklänge von 10 Kilometern auf Standard Single-Mode-Fasern (SMF, G.652).

Cisco X2-10GB-ER
Das Cisco 10GBASE-ER Modul unterstützt eine Linklänge von bis zu 40 km auf Standard Single-Mode-Fasern (SMF, G.652).

Bitte fragen Sie uns nach den aktuellen Cisco Tagespreisen.

Der 10 GbE-Standard 802.3ae - Stand ECOC 2002

Die grundsätzliche Aufteilung des 10-Gigabit-Ethernet-Standards in die Bereiche Logical Link Control (LLC), Medium Access Control (MAC) und physische Schnittstelle (PHY) entspricht den anderen im Rahmen von IEEE 802.3 gültigen Standards. Wie die bisherigen Ethernet-Standards spezifiziert 802.3ae mit XGMII eine medien-unabhängige Schnittstelle zwischen MAC und PHY. Das Interface übergibt die Daten parallel über jeweils 32 Bit breite Busse in TX- und RX-Richtung. Unter Einbeziehung der Steuer- und Taktsignale ergibt sich eine Schnittstelle mit 74 Leitungen. Aus Kostengründen wurde zusätzlich XAUI definiert. Diese vereinfachte Erweiterung der XGMII-Schnittstelle kommt mit nur 16 Leitungen aus. Der selbst getaktete Bus wird mit einer Datenrate von 2,5 GBit/s mit 8B/10B-Kodierung betrieben. Auf diese Weise lassen sich 10 GBit/s über vier parallele Datenleitungen übertragen. Über die Schnittstellen XGMII und XAUI lassen sich alle im Standard vorgesehenen PHY-Typen ansteuern. Zusätzlich kann die 4 Bit breite parallele Übertragung des XAUI direkt für 10GBase-LX4 genutzt werden.

Der PHY-Layer von 10-Gigabit-Ethernet ist in die vier Teilschichten PCS, WIS, PMA und PMD unterteilt. Dabei zeichnet der Physical Coding Sublayer (PCS) für die Kodierung des zu übertragenden Bitstroms verantwortlich. Physical Medium Attachment (PMA) und Physical Medium Dependent (PMD) sorgen für die Anbindung an das jeweilige Übertragungsmedium. Der WAN Interface Sublayer (WIS) dient bei den Weitverkehrs-Varianten des Standards zur Anpassung an die Datenraten von SONET/ SDH-Systemen.

Es gibt drei Standards für die PHY:

  • 10GBASE-X mit 8B/10B PCS Codierung
  • 10GBASE-R mit 64B/66B PCS Codierung (LAN-PHY)
  • 10GBASE-W mit 64B/66B Codierung und der WAN-Interface Sublayer(WAN-PHY)
  • 10GBASE-T mit 64B/66B PCS Codierung (Kupfer-PHY)

Es gibt neun verschiedene PMDs (Physical Medium Dependent):

LAN-PHY

  • 10GBASE-SR 850nm serielle LAN-PHY; direkt modulierter VGSEL;300 m Multimode
  • 10GBASE-LR 1310 nm serielle LAN-PHY; direkt modulierter DFB-Laser; 10 km Singlemode
  • 10GBASE-ER 1550nm serielle LAN PHY; extern modulierter DFB-Laser; 40 km Singlemode
  • 10GBASE-LX4 1310 nm vierkanalige WWDM WAN PHY; direkt modulierte VGSEL; 40 km Singlemode

WAN-PHY

  • 10GBASE-SW 850 nm serielle WAN-PHY; direkt modulierter VGSEL; 300 m Multimode
  • 10GBASE-LW 1310 nm serielle WAN-PHY; direkt modulierter DFB-Laser;10 km Singlemode
  • 10GBASE-EW 1550 nm serielle WAN-PHY; extern modulierter DFB-Laser; 40 km Singlemode

Kupfer-PHY

  • 10GBASE-CX4 Kupfer Hochgeschwindigkeitsverbindung über ein achtpaariges Twinax-Kabel mit 150 Ohm bis zu 15 Metern
  • 10GBASE-T Kupfer Hochgeschwindigkeitsverbindung über ein vierpaariges CAT6a Twisted Pair Kabel bis zu 100 Metern

Zur Übertragung via Glasfaser verwendet 10-Gigabit-Ethernet die drei üblichen "optischen Fenster" bei 850, 1310 und 1550 Nanometer. Es ist bekannt, dass diese PMD-Varianten (Physical Medium Dependent) teilweise größere Leistung zulassen als angegeben, was sich in der Überwindung größerer Entfernungen niederschlägt. So lässt sich mit 10 GBASE-LX4 auch eine Entfernung von 700 m auf Multimodefasern zurücklegen. Auch die preiswerte Alternative 10GBASE-SR mit einer VGSEL bei 850 nm kann auf Multimodefaser 450 m überwinden und liegt damit schon bei 150% der im Standard verlangten Leistung.

Die neuen Transceiver von Intel, die ein attraktives Preis / Leistungsgefüge für 10 Gigabit Ethernet haben, werden ihr übriges tun, um die Standardisierung durchzusetzen. Mit dem XENPAK wurden physikalische Grundbedingungen für die Abmessungen von Transceivern und die Schnittstelle zwischen Transceiver und dem Chipsatz für die höheren Teilschichten festgelegt. Dies ist jedoch teilweise schon wieder Makulatur, weil Hersteller die angegebenen Maße schon unterschreiten.

10 Gigabit Transceiver

Nachdem bereits jegliche Kostendiskussion um Gigabit Ethernet mit dem Desktop Adapter für 15€ beendet wurde, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis das gleiche mit 10 Gigabit Ethernet gemacht wird. Dies geht sehr schnell, weil Intel nunmehr eine ganze Serie von Transceivern hat:

  • TXN172O1 10 GbE 850 nm über max. 300m Multimode ca. 7 X 4 X i ,2 cm XPAC
  • TXN172O9 wie TXN i720i aber für 10 Gigabit Fiber Channel
  • TXN13210 10 GbE 1310 nm Dual Rate SONET und Ethernet;10 km Single Mode
  • TXN13211 dito für SONET 7km
  • TXN13214 dito für Ethernet 10km
  • TXN13500 1550 nm Multirate Transceiver SDH/ SONE Ethernet, OTN G.709 einschl. FEC; 80km Singlemode
  • TRN4035B5023 SONETGR-253 1310 nm 7km Singlemode
  • TRN4035B5405 dito 1550 nm 40 km Singlemode
  • TRN4O35BE103 IEEE 802.3ae 10 GBASE ER 1310nm i0km
  • TRN4035BE405 IEEE 802.3ae 10 GBASE ER 1550nm 40km
  • TXN13200/O1 Telcordia GR-253 OC-192 SONET und EEE 802.3ae 10 GBASE-LR oder 10GBASE-LW; 7km SONET; 10 km Ethernet
  • TXN 13300/O1/03 7, 10 / 40km SONET 10 / 40 km Ethernet; 10 km Multirate SONET/FEC/Ethernet, 12 km MultirateSONET /Ethernet, 40km Multirate SONET / Ethernet
  • TXN174O1 EEE 802.3ae 10GBASE-LR

Lang lebe die Multimodefaser

Seit es lokale Netze gibt, gibt es auch das Problem des mangelhaften Verständnisses der Nachrichtentechnik und der wirklichen physikalischen Möglichkeiten von Übertragungsmedien. Jahrzehntelang wurden Leistungssteigerungen in der Übertragungstechnik durch im Grunde völlig unnütze Aufrüstungen bei den Übertragungsmedien erkauft. Erst bei Gigabit Ethernet über Kupferverkabelung hat man sich auf bessere Verfahren besonnen.

Leider ist diese traurige Tendenz auch bei den optischen Übertragungsmedien zu beobachten. Man besteht im Grunde darauf, als Modulationsverfahren für das Licht eine Art einfaches Lichtmorsen mit sehr geringer spektraler Effizienz zu benutzen und verlegt dafür sündhaftteure Glasfaserkabel. Mit 10 Gigabit Ethernet hat dieser Unsinn seinen vorläufigen Kulminationspunkt erreicht: Unternehmen legen für vergleichsweise kurze Strecken Kabel, mit denen man die Signale auch Tausende Kilometer übertragen könnte. Hinsichtlich Multimodefasern werden deshalb wahrscheinlich noch Nachbesserungen des Standards kommen.

10-GBit-Ethernet über Kupfer 10GBase-CX4

10-GBit-Verbindung für Server-Cluster und Server-Aggregation
Das 10-GBit-Kupfer-Ethernet stellt eine kostengünstige Alternative zum Glasfaserkabel dar. Die IEEE hat den Standard für 10-Gigabit-Ethernet über Kupferkabel verabschiedet. Die Spezifikation namens IEEE 802.3ak wird als 10GBASE-CX4 implementiert und arbeitet mit dualen Twinax-Kabeln und der IB4X-Steckverbinder. Der neue Standard ist dazu geeignet, Switches beziehungsweise Server-Cluster, die nicht mehr als 15 Meter voneinander entfernt sind, mit einer Datenrate von 10 Gigabit/s zu vernetzen. Die Kosten für Verbindungen im Hochgeschwindigkeitsbereich wurden dadurch wesentlich gesenkt.

Die IEEE-802.3-10GBASE-CXA4-Forschungsgruppe entwickelte diesen Standard für 10-GBit-Kupfer-Ethernet. Neben Cisco und 3Com waren Hewlett-Packard, Gore, Broadcom und Fujitsu in dieser Arbeitsgruppe vertreten. Das 10-GBit-Kupfer-Ethernet stellt eine kostengünstige Alternative zum Glasfaserkabel dar. Der Standard ermöglicht durch den Einsatz von Kupferkabel in Verbindung mit dem IEEE-802.3ae-Standard 10 GBit/Sekunde . Auf dem Standard IEEE P802.3ak (Physical Layer und Management Parameter für 10 GBit/s Betrieb, Typ 10GBASE-CX4) sind damit Hochgeschwindigkeitsverbindungen über Strecken von 15 bis 25 Metern, die üblicherweise zwischen einzelnen Racks eingesetzt werden, betrieben.

10GBASE-T: Das 10-Gigabit-Netzwerk über herkömmliche Kupferkabel

Im Februar 2008 wurde TIA/EIA-568-B.2-10 von der TIA (Telecommunications Industry Association) genehmigt. Der Standard definiert die Parameter für den Betrieb von Ethernet mit 10 Gigabit pro Sekunde über Augmented Category 6-Kupferkabel. TIA/EIA-568-B.2-10 stellt einen deutlichen Fortschritt bei der Kupferverkabelung dar. Er wird in Zukunft für alle Verkabelungsspezifikationen verwendet werden. Dadurch kann man mit normalen Kupferkabeln mit 10GBASE-T ein Netzwerk mit einer Datenrate von 10 Gbit/s aufbauen. Seit Sommer 2006 ist mit dem Standard IEEE802.3an die Übertragung von 10 Gbit/s auch über Twisted-Pair-Kupferkabel möglich. Mit diesen Bandbreiten verlässt Ethernet zunehmend den Anwendungsbereich der lokalen Netze und dringt immer mehr in den Bereich der Backbones sowie der Metropolitan- und Wide-Area-Networks (MAN & WAN) vor. 10GBASE-T nutzt dazu alle vier Adernpaare des Twisted-Pair-Kabels. Die 10 GBit/s werden auf die 4 Adernpaare aufgeteilt. Das ergibt 2,5 GBit/s je Adernpaar. Die Signale werden mit einer 16-stufigen Pulsamplitudenmodulation (PAM16) auf das Medium gegeben. Der THP wird ebenso wie die empfängerseitigen Blöcke zur Unterdrückung des Übersprechens (FEXT-, NEXT-, ECHO-Cancellation) durch Trainingssequenzen berechnet. Die dazu notwendigen Startup-Sequenzen sind eine grundsätzliche Neuerung von 10GBase-T. Die Trainingssequenzen dienen auch dazu, das Auto-MDI/MDI-X und die benötigte Leistung in acht Schritten zu 2dB am Sender einzustellen. Aus der für die 2,5GBit/s pro Paar benötigten Nyquistfrequenz von 417 MHz läst sich entnehmen, dass Kabel der Kategorie 5e (Cat.5e) oder Kategorie 6 (Cat. 6) mit einer Grenzfrequenz von 100-250 MHz nicht mehr ausreichen. Es können nur noch Kabel ab der Kategorie 6 „augmented“ (Cat-6a) verwendet werden. Diese erreichen eine Grenzfrequenz von 625 MHz, so dass ein Betrieb über 100 Meter möglich ist. Kabel der Kategorie 7 mit einer Grenzfrequenz von 600 MHz sind ebenfalls für 100 Meter passend, jedoch mit nichtkompatiblen Steckverbindern. Für Verkabelungen mit einer Lauflänge von weniger als 55 m kann ein vorhandenes Cat-6e-Kabel verwendet werden, das eine Grenzfrequenz von 500 MHz erreicht.

Sowohl im Switching Bereich als auch im Storage und Interface-Karten Bereich sind erste Produkte für 10GBASE-T angekündigt.  SMC kündigte den TigerSwitch SMC8724  mit 24 Port 10GBASE-T (20* 10GBASE-T 4* XFP) und Solarflare PHY an welcher ab Juni 2008 zu einem Preis von ca. 24.000 EUR verfügbar sein wird. Die Server Adapter Karte SMC TigerCard SMC10GPCIE-10BT mit 10GBase-T ist bereits für 722,-- EUR erhältlich.

Aufgrund der PAM-16 Kodierung ist der Signal-Rausch-Abstand bei 10GBase-T als kritische Größe einzustufen. Die bei der hohen Nyquistfrequenz von 417 MHz auftretende Alien Crosstalk Störung (AXT) , also ein Übersprechen aus benachbarten Kabeln, bewältigt ein normgerechtes S/FTP System ohne weiteres, jedoch bei vorhandenen Installationen die nicht abgeschirmt UTP und mit Kabelbindern zusammengezurrt sind, kann es Probleme geben. Maßgebliche Richtlinie zur Beurteilung vorhandener Verkabelungen ist der technische Report zur Unterstützung von 10GbE für die bereits installierte Basis ISO/IEC TR 24750. Messgeräte für 10GBase-T bieten mittlerweile diverse Hersteller an. Der DTX Cable Analyzser von Fluke Networks, der Lantek 7G von Ideal Industries oder der Wirescope Pro von Agilent Technologies sind über Gepanet zu beziehen.

10GbE Verkabelungstester

Insgesamt erfordert 10GBASE-T höhere Bandbreite, höheren Dynamikbereich in Feldmessungen und neue Installationsrichtlinien, um Fremdnebensprechen zu überkommen. Bestehende Level III-Feldtester unterstützen 10GBASE-T nicht. Die neue 10GbE Leistungsspezifikation für Verkabelungssysteme erfordert mehr als eine Zertifizierung der einzelnen Kabelstrecken. Für die 10 Gbit/s-Ethernet-Technologie muss das Nebensprechen zwischen Aderpaaren in nebeneinander liegenden Links in Kabelbündeln nach den neuen Leistungsparametern namens Alien Crosstalk (ANEXT und AFEXT) geprüft werden.

LANTEK 7G LAN-Kabeltester mit einem Frequenzbereich bis 1GHz - über den Standard CAT 7/ISO F hinaus. Preis: ca 7700,-- EUR
Die Fluke Networks DTX 10 Gig-über-Kupfer-Testlösung, die den DTX-1800 CableAnalyzer und das DTX 10 Gig-Kit in sich vereint, ermöglicht das Testen und Zertifizieren von Twisted- Pair-Kabeln für 10 Gbit/s-Ethernet-Installationen inkl. Alien Crosstalk. Preis: DTX-1800 INTL 8200, -- EUR

Inline-Security mit 10 Gigabit/s

Man hat lange und oft darüber diskutiert, wo Sicherheitsfunktionen im Netz zu platzieren sind. Es besteht jedoch ein starker Druck, Authentifizierung und Verschlüsselung, auch auf den unteren Ebenen der Vernetzung zu implementieren. Bislang war es aber immer so, dass dies an technischen Problemen gescheitert ist, weil es nicht möglich war, die Operationen mit der geforderten Geschwindigkeit durchzuführen oder weil dies zu teuer war. Im Rahmen der 1Gigabit-Systeme gibt es bereits Coprozessoren, welche die Funktionen realisieren. Neuerdings werden die Sicherheits-Funktionen direkt in den Netzwerk-Prozessor integriert. Dadurch, dass alles auf dem gleichen Chip ist, fördert man die enge Kooperation und minimiert den benötigten Raum. Die kryptographische Einheit des XP2800 ist so ausgelegt, dass sie 10 Gbit/s. Ethernet-Verkehr mit Psec bewältigt. Der Verschlüsselungsteil schafft 25 Millionen Psec-Pakete mit einer 40 Byte Payload pro Sekunde. Der SHA-1-Teil kann für diese Pakete über 10 Millionen HMACs pro Sekunde erzeugen. Das reicht für eine hundertprozentige Gesamtperformance. Einer der größten Vorzüge der Integration der kryptographischen Funktionen in den Netzwerk-Prozessor ist die gewaltige Stromersparnis gegenüber einer getrennten Lösung. Die Kosten für einen XP2800 liegen je nach Stückzahl zwischen 200 und 300US$.

Und die Zukunft?

Während manche sich vielleicht noch fragen, wer dieses System überhaupt benötigt, erweist sich das 10-GBit/s-Ethernet als florierender und wachsender Markt. Was noch mehr überrascht, ist die Tatsache, dass in Unternehmen ein Bedarf an 10 GBit/s-Lösungen besteht: Die Nachfrage geht direkt von den Anwendern aus - Organisationen mit einem realen Bedarf an 10 GBit/s-Übertragungen, wie ISPs, Börsen, Krankenhäuser, militärische Einrichtungen und Filmstudios. Das 10-GBit/s-Ethernet kann mit Kupferkabeln betrieben werden und die nächste Geschwindigkeitsstufe könnte bei 40 GBit/s liegen. Darauf wollen sich jedoch die Vertreter mehrerer Unternehmen nicht einlassen. Sie forcieren die Arbeiten an 100 GBit/s, um die Zehnerskalierung von Ethernet beizubehalten. Noch ist nicht abzusehen, welche Gruppierung das Rennen machen wird oder ob es gar zwei Working Groups geben wird, die Ansätze mit unterschiedlichen Datenraten entwickelt. Voraussetzung wird jedoch wahrscheinlich ein Datenkabel mit Übertragungsbandbreite von 1000 MHz.

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